Bei der Bestimmung des Wertes etablierter Unternehmen (welche über mehrere Jahre hinweg mit dem gleichen Geschäftsmodell erfolgreich auf dem Markt operieren) wird sehr häufig ein Verfahren verwendet, bei dem die zukünftigen Erträge anhand es Businessplans errechnet und kapitalisiert werden. Diese Methode hat durchaus ihre Gültigkeit. Allerdings geht sie davon aus, dass das Unternehmen eine Vergangenheit hat, welche fortgeschrieben werden kann.
Bei vielen Jungunternehmen stimmt diese Annahme nicht - die Firma hat keine Vergangenheit und damit kann auch diese Vergangenheit nicht extrapoliert werden. Die zukünftigen Erträge im Businessplan sind also nicht durch die Vergangenheit gestützt, sondern sind Phantasiewerte, die in vielen Fällen den Wunschvorstellungen des Unternehmers entsprechen. Und damit kann der Ertragswert in manchen Fällen den Charakter einer Phantasiezahl annehmen. Viele Investoren reagieren ausgesprochen negativ, wenn sie mit solchen Phantasiezahlen konfrontiert werden.

