Eine besondere Kategorie innerhalb der Finanzierungsquellen sind profitorientierte Vermittler und andere Organisationen, welche gegen Entgelt Zugang zu Kapital organisieren.
Grundsätzlich gilt es zu unterscheiden zwischen Finanzierungen in frühen Phasen (wo die entgeltliche Vermittlung nicht üblich ist) und späteren Phasen (Wachstum, Reife), wo das Unternehmen über Liquidität verfügt und somit die Dienste eines kommerziellen Vermittlers durchaus bezahlen kann.
Bei der Bezahlung sind zwei Varianten üblich, die häufig kombiniert werden: Eine Bezahlung nach Aufwand (dabei wird der Vermittler teilweise für den Aufwand entschädigt, welchen das Bereitstellen der Dokumentation gemacht hat, die Kontaktaufnahme mit potentiellen Investoren und Partnern usw.) sowie ein Anteil von der Transaktionssumme. Dieser Anteil hängt wiederum ab von der absoluten Höhe des Transaktionspreises.
Aufgrund dieses Bezahlschemas sind solche Vermittler vor allem an grösseren und grössten «Deals» interessiert, da hier der Anteil an der Transaktionssumme einen bedeutenden Betrag ausmachen kann. Ausserdem möchten die Vermittler, die so bezahlt werden, tendenziell hohe Transaktionspreise erzielen.
Im Bereich von Jungunternehmen gibt es vereinzelte Organisationen, welche auf dieser Basis operieren, zum Beispiel Brains to Venture (www.b-to-v.ch) und teilweise Go Beyond (www.go-beyond.biz). Grundsätzlich spricht nichts gegen diese kommerziellen Vermittler, da sie häufig über ausgezeichnete Netzwerke verfügen. Hingegen sollten Sie auf das «Kleingedruckte» im Vertrag achten, da manche Investoren und Investorengruppen die Zusammenarbeit mit kommerziellen Vermittlern grundsätzlich ablehnen (mit dem Argument, das Geld solle den Jungunternehmen zu Gute kommen und nicht dem Vermittler).

