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Wann macht ein Coaching für Gründende wirklich Sinn?

25.09.2010

Ruth Imholz

 info@btools.ch

Am heutigen Businessplankurstag traf ich eine Gründungswillige, die mit dem Gedanken spielte, schon vor der Gründung mit einem Coach zusammenzuarbeiten. Meine Antwort hierzu fasse ich kurz zusammen. Eines sei vorwegzunehmen: Ein Coach ist kein Garant für Ihren Geschäftserfolg. Wann ein Coaching für Gründende Sinn macht, beschreibt der folgende Artikel:

Definition:
Coaching ist die professionelle Beratung und Begleitung einer Person. Im Englischen steht das Wort "Coach" für Kutsche (Ein Gefährt, welches Personen an einen anderen Ort bringt). Insofern kann ein Coach ein wertvoller neutraler Begleiter sein. Der ideale Coach ist ein neutraler Gesprächs- und Interaktionspartner, der seinem Klienten idealerweise den Prozess der individuellen (Weiter-) Entwicklung eröffnet, erleichtert und begleitet. Durch die Anregung durch einen Experten werden die Handlungen im realen Umfeld durchdacht und gemeinsam nach besseren Handlungsalternativen gesucht. Fassen wir einmal zusammen, worauf Sie achten müssen, um möglichst viel von einem Coaching profitieren zu können:

1. Kosten versus Nutzen
Ein Coaching kann rasch viel Geld kosten. Dies erhöht Ihre Fixkosten, noch bevor Sie überhaupt selber Umsatz generieren konnten. Wenden Sie sich erst dann an einen Coach, wenn Sie selber nicht mehr weiterkommen und versuchen Sie zuerst, selber zu identifizieren, wo und weshalb Sie nicht mehr weiterkommen; vielleicht reicht dann auch eine Beratung (Gespräch ohne Begleitung) erst mal aus.

2. Generalist vs. Spezialist
Suchen Sie wenn möglich immer einen Spezialisten auf. Natürlich kann ein „genereller" Coach einiges abdecken, was allgemeingültig ist. Doch meistens können Sie allgemeingültige Probleme selber abarbeiten (auf www.gruenden.ch finden Sie viele nützliche Gründungsinformationen) oder durch ein Feedback eines Beraters (Das StartZentrum Zürich bietet bsp. zwei kostenlose Erstberatungen an) lösen. Aber sobald Sie branchenspezifische Probleme haben sollten, brauchen Sie einen Branchenkenner. Oder vielleicht haben Sie Absatzprobleme; dann benötigen Sie einen Marketing- und Verkaufsspezialisten, etc. Für Gründende bräuchte es einen Coach, der selber über unternehmerische Erfahrung verfügt!

3. Netzwerk aktivieren
Bauen Sie sich ein branchenspezifisches oder unternehmerisches Netzwerk auf; der Austausch mit Gleichgesinnten kann ebenfalls helfen, viele Inputs zu erhalten. Der Vorteil gegenüber dem Coaching: Sie erhalten Feedback von mehreren Personen und können dieses eher gewichten, als wenn Sie „nur" ein Feedback vom Coach erhalten

4. Mehrere Sichtweisen einnehmen
Ein Coach ist auch nur ein Mensch; er lässt Sie an seinem Erfahrungsfundus teilnehmen; doch achtung, das ist nur eine mögliche Sichtweise. Wenn der kürzlich verstorbene Hayek mit seiner Billiguhridee an diverse Berater/Coachs gelangt wäre, hätten zu 100% alle davon abgeraten. Sprechen Sie unbedingt auch mit weiteren Personen über Schwierigkeiten und Probleme. Vielleicht hilft Ihnen der Tipp eines „Nichtunternehmers" vom privaten Umfeld weiter, wenn es um unkonventionelle Lösungen geht! Allenfalls würde Ihnen ein ehemaliger Mitkonkurrent, der nicht mehr aktiv im Geschäft ist, viel branchenspezifische Inputs mit auf den Weg geben (Fragen schadet nicht); und beides kriegen Sie kostenlos.

5. Ausschlussprinzip
Sie sehen, es kommt je nach Problem darauf an, welche Art von Hilfe Sie wirklich benötigen. Gehen Sie nach dem Ausschlussprinzip vor; ein Coach zu beauftragen, macht erst dann Sinn,wenn Sie
1. selber nicht mehr weiterkommen
2. niemand anders Ihnen Tipps geben kann
3. Sie genau wissen, was Ihnen das Coaching bringen soll

6. Was kostet ein Coach?
Am besten wenden Sie sich an den Beraterverband asco (www.asco.ch), dort sind allgemeingültige Grundansätze angegeben; Sie sollten neben dem Stundenansatz vorher abschätzen können, was das Ganze kosten wird. Bitte nie einfach starten, sondern besprechen Sie mit Ihrem Coach, wie lange das Engagement dauern kann/soll. Besprechen Sie mit Ihrem Coach, wann das Ergebnis erreicht wurde, bzw. schauen Sie, dass Sie möglichst messbare Ziele vereinbaren können.

7. Was passiert bei einer Falschauskunft meines Coaches?
Ein Coachingvertrag ist ein Auftragsverhältnis nach dem Schweizerischen Obligationenrecht Art. 394ff. Eine Falschauskunft eines Coachs kann, sofern nachweisbar, einen Haftungsanspruch auslösen. Eine gute Zusammenfassung zu diesem Thema finden Sie unter: http://www.transliq.ch/files/IWIR-3-98-103.pdf

8. And last but not least
Ein Coach ist kein Hellseher; je besser dokumentiert und vorbereitet Sie an das erste Gespräch mit Ihrem Coach gelangen, desto rascher kann das Problem angegangen werden. Vereinbaren Sie ein Einführungsgespräch und senden Sie dem Coach allenfalls schon vorher relevante Infos zu, so dass an diesem Gespräch die wichtigsten Punkte fixiert werden können: Kann Ihnen dieser Coach überhaupt helfen? Ist das die richtige Person für Sie? Wenn ja wie, wie viel wie lange dauert das Engagement? Es gibt hunderte Coachs, vergeuden Sie keine Zeit mit dem „Falschen". Sie müssen nach diesem Einführungsgespräch mit einem guten Bauchgefühl nach Hause gehen, sonst macht eine Mandatsvergabe keinen Sinn.

Ein Coaching ist eine sehr wertvolle Sache, wenn Sie diese Punkte beachten. Denn nur dann spielt auch der Multiplikationseffekt, der Sie mit Hilfe Ihres Coaches auch weiterbringen kann. Ziel jedes Coachings ist und bleibt die Hilfe zur Selbsthilfe: D.h. zu guter Letzt müssen Sie die Hilfe auch annehmen und umsetzen können/wollen.

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