Familie und gute Freunde sind wichtig für Selbständige
Selbständige stehen vor allem zu Beginn unter einem enormen Druck. Als alleiniger wirtschaftlicher Verantwortungsträger stehen sie ständig unter Erfolgsdruck. Die Wichtigkeit des Rückhaltes durch die Familie und durch Freunde erlangt unter solchen Umständen einen neuen Stellenwert.
Familie:
Als Selbständigerwerbender steht man zu Beginn ständig unter Strom; man benötigt sämtliche Ressourcen, um den Markt erobern zu können. Da bleibt wenig Zeit für die Familie. Und doch benötigen Sie Erholungsphasen, auch wenn man Sie dazu „zwingen" müsste. Daher ist es enorm wichtig, den Partner mit einzubeziehen. Ohne diese wichtige Unterstützung und ohne deren Verständnis kann sich der Druck rasch erhöhen. Solange alles nach Plan läuft, kann man zwar eher Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse der Familie. Doch leider ist das selten der Fall und das Reagieren und Korrigieren geht meistens auf Kosten der Familienzeit. Besprechen Sie mit Ihrem Partner auch mal den Ausnahmezustand und stellen Sie Regeln auf, wie Sie damit umgehen wollen. Die Aufbauphase verlangt von allen Involvierten einiges ab; man muss das aber als eine Investition in den Aufbau der gemeinsamen Zukunft und der finanziellen Absicherung betrachten. Die Akzeptanz des Lebenspartners ist eine unabdingbare Prämisse und darf in keiner Planung der Selbständigkeit fehlen. Es vereinfacht vieles, wenn Sie den/die Lebenspartner/in in den Entscheidungsprozess mit einzubeziehen. Zeigen Sie mögliche Risiken auf und besprechen Sie gemeinsame Lösungswege; wer weiss, vielleicht entpuppt sich Ihr Partner gar als ideale beraterische Ergänzung auf Ihrem Weg zur Selbständigkeit.
Freunde:
Sprechen Sie mit Ihren Freunden über Ihre Pläne. Selbstverständlich ist von Nichtselbständigen eher mit Zurückhaltung zu rechnen; aber auch das ist wichtiges Feedback. Egal, ob Sie Zustimmung, Warnungen, Ratschläge, Hinweise oder Ermahnungen erhalten; binden Sie alles mit ein. Je mehr Sie übrigens befragen, desto gewichtiger werden die Antworten (wenn beispielsweise von zehn guten Freunden neun vehement abraten, dann müssen Sie Ihre Idee oder Ihre Vermarktungsstrategie allenfalls nochmals überdenken). Versprechen Sie nicht das Blaue vom Himmel, sondern machen Sie selber auf Risiken aufmerksam; vielleicht haben Sie etwas übersehen, was von objektiver Stelle her betrachtet zum Vorschein kommen kann.
Achten Sie aber bei aller Euphorie darauf, dass Sie Ihre Geschäftsidee nicht gefährden; machen Sie darauf aufmerksam, dass die Infos vertraulich zu behandeln sind.
Oft werden Freunde auch mit involviert im Glauben, damit die ersten Kunden gewonnen zu haben: Unterscheiden Sie zwischen Zuspruch und tatsächlichem Kaufwillen. Zudem ersparen Sie sich Enttäuschungen; rechnen Sie nicht mit Ihren Freunden als Stammkunden, sondern versuchen Sie den Markt zu begeistern (der ist allemal grösser als Ihr Freundeskreis ,-). Und versuchen Sie während der Aufbauarbeit Ihren Freundeskreis nicht zu vernachlässigen.
Alles unter einen Hut zu bringen ist eine grosse Herausforderung, der Unterstützungswille ist aber meistens enorm, wenn man diese miteinbindet und klar erklärt, weshalb beispielsweise die Zeit für den Zooausflug oder das Feierabendbierchen fehlt. Das Geheimnis liegt in der Kommunikation!
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