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Startmesse 2012

Grösste Schweizer Messe zum Firmengründung und Firmenaufbau, Franchising und Nachfolge am 20. Juni 2012 im Kongresshaus Zürich. Eintritt ist kostenlos.

Fluch und Segen der Selbstüberschätzung der Jungunternehmenden

25.03.2010

Ruth Imholz

 info@btools.ch

Am gestrigen Businessplankurstag wurde im letzten Referatsteil die Selbstüberschätzung angesprochen. Ein wichtiges Thema: Gemäss einer britischen Studie aus dem Jahre 2009 scheinen Unternehmensgründende häufig dazu zu neigen, ihre Fähigkeiten und Eignung zur Unternehmensgründung als überdurchschnittlich einzuschätzen. Brisant: Es scheint ein statistisch relevanter Zusammenhang zwischen der hohen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten mit dem späteren unternehmerischen Erfolg zu bestehen: Je selbstbewusster die Jungunternehmenden sind, desto häufiger scheitern sie.

Und doch: Übersteigertes Selbstvertrauen ist unverzichtbar für die Gesellschaft. Die Gründung eines Unternehmens ist typischerweise mit einem erheblichen persönlichen und finanziellen Risiko verbunden, wie letzthin in einer Studie der Uni Bern festgestellt wurde. Ohne eine gewisse Portion Selbstüberschätzung des Gründenden würde dieser wohl kaum das Wagnis der Firmengründung eingehen. Und ohne die Leute, die etwas riskieren wollen, entstünden nicht genug erfolgreiche Unternehmen.

Dass Männer mehr zur Selbstüberschätzung neigen als Frauen ist kein Geheimnis. Und genau diese männliche Tendenz zur Selbstüberschätzung bringt viele männliche Unternehmer hervor gemäss Dr. Philipp Köllinger (Erasmus Universität Rotterdam). Eine britische Studie aus dem Jahre 2009 hat festgestellt, dass Frauen sich ebenfalls klüger, talentierter und schöner einstufen, als sie es in Wirklichkeit sind. Frauen stellen darüber hinaus extrem hohe Erwartungen an sich und ihr Leben. Dies lässt sich auf ihr Gründungsverhalten übertragen: Es erstaunt daher nicht, dass der Anteil der weiblichen Gründenden stetig ansteigt gemäss einer Studie der FHNW.

Obschon die Selbstüberschätzung als eine Form der kognitiven Verzerrung, der Fehleinschätzung eigenen Könnens und eigener Kompetenzen umgangssprachlich eher negativ behaftet ist, braucht es diese: Es gilt; psychologische Hürden überwinden zu können, welche vom kollektiven Sicherheitsbewusstsein unserer Gesellschaft mitaufgebaut wurden. Aber es ist Vorsicht geboten: Andauernde Selbstüberschätzung korreliert positiv mit Misserfolgen und Scheitern und bietet keinen Ersatz für die wichtige Kompetenz der Selbstkritik und der damit verbundenen realistischen Überprüfung tatsächlicher Fähigkeiten. Wie so oft kommt im Leben kommt es auch hier auf die richtige Mischung an.

Nordwestschweizer Studie aus dem Jahre 2009:
http://www.fhnw.ch/wirtschaft/medien-und-oeffentlichkeit/medienmitteilungen/die-neuen-selbstaendigen-2009

Berner Studie aus den Jahre 2009:
http://www.ifm.unibe.ch/content/e2363/e2363/e3180/AuswertungsberichtDiego.pdf

Deutsche Studie aus dem Jahre 2007:
http://www.sciencedirect.com/science?_ob=ArticleURL&_udi=B6V8H-4MRFC3W-3&_user=10&_coverDate=08%2F31%2F2007&_rdoc=1&_fmt=&_orig=search&_sort=d&view=c&_acct=C000050221&_version=1&_urlVersion=0&_userid=10&md5=95d73beafa24b376fee8c17a3f0b822a

Britische Studie aus dem Jahre 2009:
http://www.dailymail.co.uk/femail/article-1213212/The-ego-epidemic-more-inflated-sense-fabulousness.html#ixzz0RAXRdqI2

Interessanter Dissertationsausschnitt zu den Ursachen der Selbstüberschätzung:
http://www.decisions.ch/dissertation/diss_schweiz_overconfidence.pdf

Gespräch mit Dr. Philipp Köllinger:
http://www.foerderland.de/419+M5df098f4203.0.html

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