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Gründende brauchen mehr Unterstützung

18.03.2010

Ruth Imholz

 info@btools.ch

Die Business Tools führt alle fünf Jahre eine Erfolgskontrolle bei den ehemaligen Teilnehmenden durch. Die soeben abgeschlossene 3. Umfrage hat erneut aufgedeckt, dass sich die Gründungsprobleme in den letzten Jahren kaum verändert haben. Es besteht Handlungsbedarf.

Nach wie vor ist die Finanzierung das Hauptproblem von vielen Gründenden. Offenbar nicht nur in rezessiven Zeiten, sonst hätten wir bei der Umfrage 2005 im Vergleich zu heute eine markante Steigerung feststellen müssen. Und doch ist es schwieriger geworden, Kapitalgeber zu finden. Da ist es umso wichtiger, erst dann an potentielle Geldgeber heranzutreten, wenn man gut vorbereitet ist und mit einem durchdachten Businessplan aufwarten kann. Es kommt auch darauf an, den richtigen Kapitalgeber auszuwählen: Von der eigenen Familie bis über Banken zu den Venture Capitalisten gibt es je nach Kapitalbedarf unterschiedliche Ansprechpersonen.

Es bereitet Gründende auch Schwierigkeiten, realistisch zu bleiben sowie den Überblick zu behalten. Dies erstaunt kaum, wenn man bedenkt, dass ein unerfahrener Gründender auf einen Schlag ein vielseitiges Kompetenzportfolio benötigt, um unternehmerische Entscheide fällen zu können. Die erforderliche Kompetenzspannweite ist enorm: Vom Marketingchef bis zum Finanzchef muss anfänglich alles in Personalunion erledigt werden; eine herausfordernde Aufgabe für jeden Gründenden.

Auch die Marktforschung per se bereitet vielen Gründenden immer noch erhebliche Probleme. Hier geht es nicht nur um die notwendigen Abklärung der eigenen Marktchancen, die im Vorfeld getätigt werden sollten: Um den Markt effizient und effektiv bearbeiten zu können, muss man dessen Spielregeln und die Marktteilnehmenden gut kennen.

Die Probleme in der Gründungsphase scheinen geschlechterunspezifisch zu bestehen; es sind keine diesjährigen Auffälligkeiten verzeichnet worden.

Interessant ist die Feststellung unserer Umfrage, dass sich die Gründungsprobleme in den letzten 10 Jahren kaum verändert haben. Hier sind sämtliche gründungsunterstützenden Institutionen gefordert, mehr Anstrengungen zu unternehmen, damit die Gründungsquote von gut 6% weiter ansteigt. Die Schweiz ist in Sachen Unternehmertum zwar in den letzten Jahren dynamischer geworden und weist Rahmenbedingungen auf, die eine gute Grundlage für das Unternehmertum bilden (gemäss GEM besonders in Sachen Schutz des geistigen Eigentums, Forschungs- und Entwicklungstransfer sowie höherer Ausbildung). Dennoch liegt die Schweiz unter dem europäischen Durchschnitt von über 8%. Es besteht nach wie vor Handlungsbedarf: Einer der wichtigsten Hebel mit Sofortwirkung dürften dabei Unterstützungsmassnahmen im Finanzierungsbereich sein. Es ist zu hoffen, dass mit dem sich abzeichnenden Aufschwung auch auf dem Kapitalmarkt mehr ins (Jung)unternehmertum investiert wird. Längerfristige Massnahmen wie beispielsweise die frühzeitige Implementierung von unternehmerischem Denken und Handeln in Schulen wären ebenfalls wichtig, auch wenn das Jahrzehnte dauern würde, bis sich das positiv auf die Gründungsquote auswirkt. Wichtig sind breitgefächerte Massnahmenkataloge und die Bereitschaft, diese auch umzusetzen.

Mehr Umfrageresultate unserere Studie finden Sie hier
Eine GEM-Kurzzusammenfassung finden Sie unter: http://www.kmu.admin.ch/politik/00105/00107/00110/index.html?lang=de

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