Wozu brauchen insbesondere Jungunternehmen ein Frühwarnsystem?
Alle Unternehmen sind einem permanenten Wandel und stetigem Anpassungsdruck ausgesetzt. Insbesondere Jungunternehmen sind speziell anfällig zu Beginn, da oft noch unerfahren und noch nicht krisenerprobt.
Das Frühwarnsystem als Teil des Risikomanagements ist eine Einrichtung, die als Warnsystem aufkommende Gefahren frühzeitig erkennt und Gefährdete möglichst schnell darüber informieren soll. Es kann durch rechtzeitige und umfassende Reaktion helfen, Gefahren abzuwenden und verschafft dem Jungunternehmenden Zeit, Alternativen frühzeitig einleiten zu können. Wichtig für die Praxis im Unternehmertum ist die Anpassungsfähigkeit der Frühwarnsysteme bezüglich der konkreten Unternehmenssituation. Um ein einfaches Frühwarnsystem aufzubauen, muss folgendes beachtet werden:
1. Ausgangslage
Wo steht das Jungunternehmen derzeit, wo lauern potentielle Gefahren? Wieviele Ressourcen darf ein Frühwarnsystem maximal beanspruchen?
2. Zielsetzung
Was soll mit dem Frühwarnsystem erreicht werden? Ziel sollte sein, negative Tendenzen in der Unternehmensentwicklung frühzeitig zu erkennen, so dass eine markante Umsatzminderung oder gar ein Konkurs verhindert werden können. Passen Sie die Ziele Ihrem individuellen Gefahrenbedarf an.
3. Massnahmenplan
Zuerst sollte festgelegt werden, welche Art von Daten gesammelt werden sollen (Achtung, keine Zahlenfriedhöfe erstellen; nur die wichtigsten Zahlen, diese aber konsequent verfolgen). Die Qualität und die Nützlichkeit des Systems hängen von der regelmässigen Überwachung und der regelmässigen Auswertung zusammen! Setzen Sie Markierungen, wann ein Wert bereits als leichte Gefahr gilt (Bsp. Mindestumsatz festlegen, um die Liquidität zu sichern: Wenn dieser Wert fällt, droht Gefahr. Reagieren muss man schon dann und nicht erst, wenn der Umsatz unter die Grenze gefallen ist).Sind mehrere Personen im Betrieb, müssen alle raschmöglichst informiert werden (und auch wieder entwarnt werden, wenn die Gefahr gebannt ist).
4. Budget
Es gibt auf dem Markt fixfertige Frühwarnsysteme (Achtgeben auf Implementierungsschwierigkeiten mit der bestehenden Infrastruktur), aber starten können Sie auch mit einer Exceltabelle.
4. Kontrolle
Das System kann nur dann effizient und effektiv funktionieren, wenn die Daten rollend und rasch erfasst werden. Damit nicht zuviel Zeit verloren geht, konzentriert man sich auf wenige wichtige Faktoren wie:
Die Anlässe und Notwendigkeiten, früh Risiken erkennen zu wollen oder zu müssen, sind vielfältig:
- Veränderung des Marktes (bsp. konjunkturell bedingt)
- Strategische Fehlentscheide
- Sinkender Marktanteil
- Veränderungen von Marktteilnehmenden: (Produktverwender, Konsument, Käufer, Beeinflusser, Lieferanten, Konkurrenten)
- Veränderungen von Umweltfaktoren (wirtschaftliche, soziale, mediale, technologische, ökologische, politische oder rechtliche)
- Personelle Abgänge wichtiger Know-how-Träger/-innen
- Änderungen der Ressourcen
- Plötzliche Einnahmeausfälle (Liquiditätsengpässe: Da droht kurzfristig Konkursgefahr)
- Produktionsflexibilität fehlt (worst case oder auch best case-Szenario)
- Markante Änderungen in der Wertschöpfungskette
- Volatile Energie- und Rohstoffpreise
- etc.
Viele Unternehmen benützen Kennzahlen für ihr Frühwarnsystem. Sie können aber zu Beginn auch einfache Werte festlegen wie: Mindestumsatz, Mindestanzahl Aufträge, Mindestanzahl Verkäufer für die notwendigen Absatzziele, monatliche Liquiditätsplanung, Kudenzufriedenheit (bsp. in Form von der Anzahl Reklamationen). Achten Sie bitte ganz speziell auf Ihre Liquidität (das ist eine der wichtigsten Zahlen!): Wenn Sie hier eine aktue Krise feststellen, ist es meistens bereits zu spät!
Guter Artikel:
http://www.saq.ch/fileadmin/user_upload/mq/downloads/mq_2009_06_koeglmayr.pdf
Hier finden Sie ein visuelles Beispiel einer sogenannten Risikokarte:
http://www.verkehrsrundschau.de/fm/3576/Beispiel%20Fr%FChwarnsystem%20mit%20Ampeltechnik.pdf
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