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So klappt es auch mit der Firmengründung

10.12.2009

Ruth Imholz

 info@btools.ch

Viele Unternehmen scheitern, weil bereits in der Gründungsphase falsche Entscheidungen getroffen werden oder weil Fehlüberlegungen sich zu gravierenden Folgefehlern aufbauen. Im täglichen Kontakt mit vielen Jungunternehmenden zeichnen sich immer wieder ähnliche Stolpersteine ab. Falls Sie zu den Gründungswilligen gehören, sollten Sie unbedingt weiterlesen:

Nehmen Sie die rosafarbene Brille ab
Die meisten Gründenden haben sich regelrecht in ihr Produkt /ihre Dienstleistung verliebt. Das ist auch wichtig und richtig so, wenn man andere vom eigenen Angebot überzeugen will und der Funken rübergehen soll. Leider verlieren einige dabei den Bezug zur Realität und überschätzen ihr Angebot masslos. Über den Erfolg entscheidet alleine der Markt. Nur wenn Sie Kunden finden, die bereit sind, für ihr Angebot zu bezahlen, haben Sie eine Chance. Abhilfe kann hier die Marktforschung bieten. Machen Sie Umfragen bei künftigen Kunden, diskutieren Sie mit Branchenkennern oder Freunden über Ihre Idee (aber Achtung: gute Ideen werden gerne geklaut).

Step by step
Es ist bekannt, dass leider nicht jede/r Gründende einen Businessplan schreibt. Doch gerade solch ein Geschäftsplan ermöglicht erst ein strukturiertes Vorgehen, es geht nichts vergessen und dient als wichtige Entscheidungsgrundlage. Natürlich muss es nicht immer die 30-seitige Profiversion sein. Aber zumindest ein Konzept ist unabdingbar. Machen Sie sich unbedingt und im Minimum Gedanken über die wichtigsten Punkte wie: Ihre Ausgangslage, Ihre Ziele, Ihre benötigten Ressourcen, Ihr Angebot/Ihre Preise, Ihr Marketing/Vertrieb, ihren Aktionsplan, ein Budget (bitte mit Reserve!), Ihre Risiken und kontrollieren Sie, ob Sie Ihre Ziele erreichen konnten.

Sind Sie ein/e Sklaventreiber/in?
Viele Gründende starten mit „familypower" und setzen ihre ganze Familie ein, welche kostenlos für Sie arbeiten. Sie selber bezahlen sich konsequenterweise auch nur das Minimum aus und arbeiten 24 Stunden am Tag. Das ist zu Beginn vielleicht ein geeigneter „booster" für Ihr Unternehmen. Aber längerfristig ist das keine Basis für den Firmenaufbau. Machen Sie sich frühzeitig Gedanken, ab wann Sie Mitarbeitende benötigen und wie Sie Ihre Worklife-Balance organisieren.

Schätzen Sie Ihre Unternehmerpersönlichkeit richtig ein
Fachkompetenz alleine reicht nicht, um zu überleben. Es bedarf sämtlicher Handlungskompetenzen, um nachhaltige Erfolge mit dem eigenen Geschäft erzielen zu können. Schon in unserer eigenen Umfrage (die Neuauflage erfolgt im Frühling 2010 auf „Kurse") hat sich gezeigt, dass das Durchhaltevermögen die wichtigste Eigenschaft ist. Aber auch Ihre Sozialkompetenz ist gefordert und ebenso wichtig ist eine systematische Vorgehensweise Ihrerseits. Entscheidend ist auch, mit Rückschlägen umgehen zu können. Falls Sie mehr von uns über unternehmerische Kompetenzen erfahren wollen, führt die Business Tools am 14. April 2010 ein Kurs zu diesem Thema durch.

Sind Sie ein Allrounder?
Die meisten Firmengründungen werden zu Beginn in Personalunion gegründet. Da sind Multitaskingfähigkeiten gefragt. Jetzt sind Sie alleine verantwortlich für das Marketing, für die Finanzen, für das Personal, für den Vertrieb, etc. Falls Sie nicht zu den Alleskönnern gehören, kann durch ein Gründerteam das Kompetenzpaket ergänzt werden oder Sie lagern Dinge, die Sie nicht selbst erledigen können, einfach aus (bsp. Buchhaltung). Aber auch in diesem Fall ist es wichtig, dass alle Fäden zusammenlaufen und dass der Gründende die Zügel bei sich behält.

Plan B schon gemacht?
Mit der Unternehmensgründung übernehmen Sie unternehmerische Verantwortung. Das ist eine spannende und idealerweise wertschöpfende Sache. Trotz ioptimalsten Bedingungen besteht immer das Risiko, zu scheitern. Machen Sie sich zu Beginn Gedanken, was passiert, wenn es nicht nach Plan A läuft. Ein bewusstes Risikomanagement gehört zum Aufgabenportfolio jedes Gründenden. Überlegen Sie sich auch mal ruhig gewisse Exitszenarien. Vielleicht wollen Sie ja nach der ersten erfolgreichen Firma einen weiteren Geschäftszweig erobern ;-)

Setzen Sie klare Ziele
Ziele sind entscheidend für Unternehmer/-innen: Die Zielsetzung zwingt einerseits, sich zu fokussieren. So läuft man weniger in Gefahr, ins Blaue zu planen. Andererseits dienen Ziele der späteren Überprüfbarkeit und ermöglichen Korrekturen.

Realistisches planen und kalkulieren lohnt sich
Ihr Vorhaben wird mehr Zeit als ursprünglich geplant in Anspruch nehmen und es wird Sie wahrscheinlich auch mehr kosten. Das ist empirisch belegt, also machen Sie sich diese Erkenntnisse zu Nutze. Rechnen Sie mal ruhig mit 30% mehr Zeitaufwand und mit einem 30% höheren Finanzbedarf. So vermeiden Sie terminliche Engpässe oder Liquiditätsschwierigkeiten.

Man könnte die Liste beliebig fortsetzen. Aber schlussendlich muss jede/r selber für sich entscheiden, wie die Geschäftsidee umgesetzt werden soll. Es gibt auch immer wieder Ausnahmen. Doch leider zeigen sich einige dieser Fehler immer wieder bei Gesprächen mit Betroffenen als erfolgsrelevant. Den Gescheiterten kann man nur empfehlen, es nochmals zu versuchen. Allen anderen geben wir immer wieder dieselben Tipps in der Hoffnung, dass wir sie dabei ein Stück weit bei ihrem Vorhaben unterstützen konnten. Dieser Blog und das Internet sind voll guter Informationen. Picken Sie das raus, was Ihnen nützt und legen Sie los. Wir von der Business Tools wünschen Ihnen hierbei von Herzen viel Erfolg.

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