Wie gehe ich bei Ideen vor und wie kann man diese bewerten?
Eine Unternehmerin aus dem Startzentrum hat mich letzte Woche gefragt, wie sie Ideen handhaben kann. Als wichtiger Teil des Innovationsprozesses habe ich ihr zum Thema Ideenmanagement folgende Tipps mit auf den Weg geben können.
Das Ideenmanagement kann man (je nach Autor unterschiedlich) sinnvollerweise in sieben Konzeptschritte aufteilen:
1. Problemdefinition
Beschreibung vom Ist-Zustand (heute) und Soll-Zustand (Zukunft). Was soll die Ideen bringen, evt. welches Problem soll damit gelöst werden, etc.
2. Ziele
Welche Ziele wollen Sie mit der Idee erreichen? Mit den Fünf-W Fragen geht nichts vergessen: Was, wann, wieviel, womit, wer?
3. Analyse (Ideenfindung)
Mit Hilfe von Kreativitätstechniken nach Ideen suchen und diese sammeln. Achtung: Auch die Ideenfindung sollte strukturiert vor sich gehen. Wo Ideen laufend produziert werden sollen, am besten als kontinuierlichen Prozessschritt in Ihre Organisation einbauen.
4. Entwicklung (Ideen bewerten)
Wichtig ist die Quantifizierung der Idee mittels Zahlen und Prozenten um Einschätzungen, Priorisierungen, Wahrscheinlichkeiten, Risiken, Potentiale, usw. sichtbar zu machen. Tipp: Wenn Sie Ihre Ideen einer weiteren Person vorstellen wollen: Ihre Bewertung ist subjektiv, daher kann es Sinn machen, Vergleiche oder Umfragen zu machen oder Zweitmeinungen einzuholen, um Dritte davon überzeugen zu können. Mögliche Anhaltspunkte für Quantifizierungen:
- Eignung zur Abdeckung von Kunden- und Marktbedürfnissen
- Preisbereitschaft der Kunden
- Ist-/Soll Vergleich
- Potentielle Abnehmer (Neukunden)
- Übereinstimmung mit der Unternehmensstrategie
- Abschätzung von Ressourcen und Fähigkeiten
- Kosten
- Finanzielle Ressourcen
- Nutzen für das eigene Unternehmen
- Beeinflussung des Absatz bestehender Produkte
- Beeinflussung von bestehenden Strukturen/Prozessen
- Differenzierungspotential kurz
- Ressourcenbelastung
- Kundenakzeptanz
- Skalierbarkeit
Beispiel einer Nutzwertanalyse für das Priorisieren zweier Ideen:
Zuerst Kriterien aufschreiben, diese gewichten. Danach Noten für beide Ideen pro Kriterium verteilen. Zuletzt je die Ideen-Noten mit der Kriteriengewichtung multiplizieren und die Summe pro Idee bilden. Je höher die Punktzahl, desto höher ist die Priorität der Idee.
Kriterium Gewichtung Idee 1 Idee 2 | |||
Note Pkt. Note Pkt. | |||
Kosten 30 3 90 2 60 | |||
Kundenakzeptanz 20 1 20 5 100 | |||
Erfolgspotential 50 2 100 4 200 | |||
etc. | |||
Total 100 210 360 | |||
Prio 2 Prio 1 |
5. Massnahmeplanung.
Alle erforderlichen Massnahmen von der Planung bis zur Umsetzung beschreiben, chronologisch auflisten, terminieren (und bei mehreren Beteiligten Verantwortlichkeiten festlegen).
6. Umsetzung des Massnahmenplans
Bei der Umsetzung ist die Kommunikation entscheidend, sei es gegenüber Stakeholdern oder als Marketingmassnahme.
7. Kontrolle
Bei der Kontrolle der Zielereichung können Abweichungen ein Indiz für den Erfolg/Misserfolg der Idee sein. Der Kontrollvorgang sollte ein dynamischer Prozess sein, der rollend ausgestaltet werden sollte (d.h. nicht nur das Endergebnis kontrollieren, sondern die einzelnen Konzeptschritte ebenfalls überwachen und bei Bedarf korrigieren).
Umfassende Übersicht über das Innovationsmanagement:
http://www.kmu.admin.ch/themen/01254/index.html?lang=de
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