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Welches sind die häufigsten Fehler bei der Erstellung eines Businessplans?

26.03.2009

Ruth Imholz

 info@btools.ch

An unserem gestrigen Kurstag zum Thema Businessplan wurde dieses Thema eingehend behandelt. Zusammengefasst ergeben sich folgende vermeidbaren Fehlerquellen:

Unvollständigkeit: Ein Businessplan hat eine klare Struktur und soll inhaltlich alle wichtigen Aspekte der Geschäftsidee abdecken. Am Schluss dieses Beitrages finden Sie mehr Infos dazu.

Widersprüchlichkeit: Beispiel: Ein/e Einzelunternehmer/in, die behauptet, 30 Kunden am Tag vor Ort beraten zu können ist unrealistisch; die unternehmerische Leistung muss mit den vorhandenen Ressourcen übereinstimmen. Die einzelnen Teile des Businessplans müssen aufeinander abgestimmt werden.

Viele Schreibfehler: Ein Businessplan ist sozusagen die Visitenkarte Ihres Unternehmens. Zu viele Schreibfehler lenken von Inhalt ab und hinterlassen einen schlechten Eindruck bei den Lesenden. Lieber den Businessplan zweimal Gegenlesen lassen.

Akquisition wird vergessen: Häufig werden (im Finanzteil) bei der Planerfolgrechnung vom ersten Tag an Erträge ausgewiesen ohne darzulegen (im Marketingteil), wie und ab wann die Akquisition geplant ist. Hier realistisch denken: Es braucht in der Regel eine gewisse Vorlaufszeit, bis Kunden gewonnen werden können.

Kein Fachchinesisch: Gehen Sie immer davon aus, dass der Lesende Ihres Businessplans nicht über Ihr branchen- oder fachspezifisches Know-how verfügt: Vermeiden Sie daher Fachausdrücke (oder erklären Sie diese) und achten Sie darauf, dass man Ihren Ausführungen folgen kann. Geben Sie im Zweifelsfalle den Businessplan einem Nichtspezialisten in Ihrem Umfeld zu lesen und testen Sie, ob die Geschäftsidee auch richtig verstanden wird.

Zu überladen: Halten Sie sich an ein schlichtes Layout, benutzen Sie keine Kunstschriften, vermeiden Sie zu viele Grafiken: Speziell diese bitte sparsam verwenden und nur dann einsetzen, wenn sich die Aussagekraft mit Grafik markant erhöht.

Zu ausführlich: Ein Businessplan sollte 20 bis maximal 30 Seiten betragen (Details gehören in den Anhang!) Heutzutage wird als Erstes die Zusammenfassung (max. 2 Seiten!) gelesen und darüber entschieden, ob weiter gelesen wird. Vermeiden Sie unnötige Informationen und fassen Sie sich kurz.

Zahlenspielereien: Es gibt diverse Tools, welche dazu verleiten, zu erproben, wie die Finanzparameter zusammenhängen. Dies ist einerseits zwar wichtig, weil auch mit Szenarien gearbeitet werden soll (im Sinne von: Was, wenn wir 20% weniger oder mehr Einnahmen haben werden, etc.). Andererseits sollte sich die Finanzplanung auf Ihre erarbeiteten Annahmen stützen (geschätztes Marktpotential, mögliche Arbeitsleistungserbringung etc.). Am Schluss dieses Beitrages finden Sie mehr Infos dazu.

Nicht einfach schreiben lassen: Die Erarbeitung eines Businessplans sollte möglichst nicht delegiert werden. Es ist gerade Sinn und Zweck, dass man sich selber mit den Themen auseinandersetzt. Selbstverständlich soll Hilfe herbeigeholt werden bei mangelnden Kenntnissen beispielsweise im Marketing, in der Finanzplanung oder bei Investitionsberechnungen. Dann muss speziell darauf geachtet werden, dass die Inputs von Ihnen her stammen, weil sonst die Konsistenz des Businessplans sprachlich wie auch inhaltlich darunter leiden kann. Zudem laufen Sie beispielsweise bei Präsentationen und entsprechenden Rückfragen Gefahr, dass Sie keine Antwort geben können und aufgedeckt wird, dass Sie nicht der Verfasser des Schriftstücks sind; das kann einen schlechten Eindruck hinterlassen. Bleiben Sie in jedem Fall federführend.

Downloads zum Beitrag:
Checkliste Businessplan
Leitfaden Businessplan 
Literaturtipp mit gutem Musterbusinessplan: „Planen, Gründen, Wachsen" von McKinsey & Company
Finanztoolbeispiel 1

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