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Startmesse 2012

Grösste Schweizer Messe zum Firmengründung und Firmenaufbau, Franchising und Nachfolge am 20. Juni 2012 im Kongresshaus Zürich. Eintritt ist kostenlos.

Ist familienfreundliche Unternehmenspolitik bereits für Firmengründer/-innen ein Thema?

05.03.2009

Ruth Imholz

 info@btools.ch

Diese Frage kann sich nicht nur für Gründende stellen, die selber in der Familienplanung stehen, sondern auch für Start-ups, die künftig Bedarf nach zusätzlichen personellen Ressourcen haben. Es geht um die Möglichkeit von Jungunternehmenden und Mitarbeitenden, sich adäquat der Karriere einerseits und dem Leben in der Familie andererseits zu widmen. Das Thema betrifft nicht nur Frauen: Auch Väter erfahren zunehmend die Doppelbelastung Beruf und Familie, wie diverse Studien belegen (siehe Quellenangaben am Schluss). Wie relevant ist das Thema bei der Firmengründung tatsächlich?

Unabhängig von politischen Fortschritten wird die Entwicklung einer familienfreundlichen Unternehmenspolitik von jedem einzelnen KMU individuell bestimmt. Die Schaffung von familienfreundlichen Arbeitsbedingungen ist nachweislich eine lohnenswerte Sache mit folgenden möglichen Vorteilen: Steigerung der Produktivität der Mitarbeitenden, Senkung der Kosten für die Rekrutierung und Einführung von Personal, höhere Attraktivität des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt, Reduktion der Risiken für das Unternehmen durch eine breitere Aufteilung der Verantwortlichkeiten und Fachkenntnisse. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) hat zu diesem Thema ein Ratgeber verfasst, der neben den eben genannten Vorteilen weitere Planungs- und Umsetzungstipps beinhaltet.
Die Prognos AG geht noch einen Schritt weiter und hat sich der betriebswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse familienfreundlicher Unternehmenspolitik gewidmet. Hier eine Auswahl von weiteren empirisch belegten Vorteilen in Bezug auf Mitarbeitende:
- Positiver Rückkehreffekt durch die häufigere Rückkehr von Müttern in das Unternehmen nach der Geburt eines Kindes, wodurch das Unternehmen Kosten für die Wiederbesetzung von Stellen spart.
- Positiver Teilzeiteffekt dank der Ermöglichung von höheren Teilzeitpensen bei der Rückkehr in das Unternehmen von Eltern, wodurch das Unternehmen Kosten für Ersatzkräfte spart
- Positiver Karriereeffekt durch die Ermöglichung von qualifizierten Berufslaufbahnen, wodurch eine höhere Zahl von Inhouse-Besetzungen bei qualifizierten Positionen erfolgen kann und das Unternehmen verglichen mit externen Rekrutierungen Kosten spart.

Durch die enorme Flexibilität des schweizerischen Arbeitsrechts lassen sich Anpassung der Unternehmen an den familiären gesellschaftlichen Wandel einfach realisieren, doch nachträgliche Änderungen können teuer werden! Daher lohnt es sich auch für Firmengründer-/innen, sich frühzeitig darüber Gedanken zu machen, um von Beginn an geeignete Strukturen aufbauen zu können bei Bedarf.

Quellenübersicht:
KMU Handbuch Beruf und Familie vom SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft)
Betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse familienfreundlicher Unternehmenspolitik, Studie Prognos AG
Vereinbarkeit von Familie und Beruf im europäischen Vergleich, Studienarbeit aus Deutschland
Fachstelle UND – Familien und Erwerbstätigkeit für Frauen und Männer, gute Publikationsliste
Die Vaterrolle im Wandel der Zeit, Studienarbeit der Uni Potsdam
Auf dem Weg zur Gleichstellung von Frau und Mann, Publikation Bundesamt für Statistik (insbesondere Seite 14)

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