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1. Wird ein Kundenbedürfnis erfüllt, ist ein Kundennutzen vorhanden?

Der allerwichtigste Punkt! Wenn eine neue Geschäftsidee keinen Kundennutzen hat und damit auch kein Bedürfnis erfüllt, gibt es keinen Käufer und das Projekt scheitert. Wie klären Sie diese Frage ab? Ganz einfach: Sie fragen Ihre potenziellen Kunden. Erstellen Sie einen einfachen Fragebogen und rufen Sie Ihre Zielkunden an oder befragen Sie sie persönlich. Sie brauchen eine vernünftige Anzahl Antworten: Wenn Sie an Firmen verkaufen wollen (Business to Business, B-to-B), sollten Sie rund 20 Kontakte haben. Wenn Ihre Kundschaft aus Konsumenten besteht (Business to Consumer, B-to-C), empfehlen wir Ihnen 50 Interviews zu führen. Mit den Antworten wollen Sie feststellen, ob Ihre Zielkundschaft an Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung interessiert ist und ob sie diese kaufen würden. Sie müssen deshalb zu diesem Zeitpunkt eine Vorstellung über Ihr Produkt und die Preislage haben.

2. Ist der Markt attraktiv?

Wächst der Markt, stagniert er oder ist der Trend rückläufig? Im Allgemeinen ist es einfacher, in einen wachsenden Markt einzutreten. Ist Ihr Markt starken Schwankungen unterworfen? Märkte, die stark wachsen und dann stark fallen, bieten Ihnen als UnternehmerIn mehr Unsicherheit als stabile Märkte. Wie gross ist der Markt? Sie müssen nicht nur ein Kundenbedürfnis erfüllen, sondern die Zahl Ihrer Kunden muss gross genug sein, dass sich ein Geschäft damit aufbauen lässt. Auch Ihre Konkurrenz ist dabei zu beachten: Je grösser ein Markt und je einfacher es ist, ein Geschäft zu eröffnen, um so mehr Konkurrenz ist vorhanden.

3. Ist Ihre Idee innovativ?

Während Invention mit Erfindung definiert werden kann, ist eine Innovation die erstmalige wirtschaftliche Anwendung einer neuen Problemlösung. Dabei spielt das Timing eine wichtige Rolle: Ist Ihr Produkt seiner Zeit sehr weit voraus, ist eine Markteinführung langwierig und kostenintensiv, da Sie Ihre Kunden informieren und überzeugen müssen. Ist Ihre Dienstleistung nicht neu, haben Sie ein me-too Produkt, d.h. Sie sind ein Nachzügler oder Imitator. Das muss nicht immer von Nachteil sein, aber es hilft, wenn Sie mindestens einige neue Aspekte Ihrer Dienstleistung aufzeigen können, die vorher in dieser Art nicht angeboten wurden.

4. Ist Ihre Idee einzigartig?

Was unterscheidet Sie von Ihrer Konkurrenz? DIE Standardfrage, um herauszufinden, ob Sie auf dem Markt überzeugen können. Die Antwort ist der Grund für den Kunden, eben gerade bei Ihnen zu kaufen und nicht bei der Konkurrenz. Ist Ihre Dienstleistung qualitativ besser, Ihr Produkt leichter, günstiger, schöner oder allenfalls einfacher zu bedienen? Sie brauchen möglichst viele derartige Unterscheidungsmerkmale, damit Sie für Ihre Kunden erkennbar sind.

Bei neuen technischen Lösungen hilft nur eine Machbarkeitsstudie, um diesen Aspekt abzuschätzen. Sicher sind Sie erst nach einem Prototyp, respektive dessen Funktionalitätstests, dass die Lösung auch technisch umsetzbar ist. Aber in diesem Stadium geht es um eine primäre Beurteilung, ob sich weitere Investitionen in Form von Geld und Zeit lohnen. Führen Sie diese Abklärungen auf möglichst einfache und kostengünstige Wege durch.

6. Ist Ihre Lösung bereits patentiert?

Viele technische Lösungen sind patentrechtlich geschützt. Klären Sie die Patentsituation für Ihre neue technische Lösung ab – allenfalls kann ein Schutz für Ihr Produkt matchentscheidend sein. Zuständig für die Patentierung in der Schweiz ist das Institut für geistiges Eigentum in Bern, www.ige.ch, in Europa das Europäische Patentamt www.epo.org, resp. die World Intellectual Property Organization www.wipo.int. Suchen in den Patentdatenbanken können Sie beim Institut für Geistiges Eigentum unter www.swissreg.ch, beim Europäischen Patentamt unter www.espacenet.com.

7. Sind Sie fokusiert?

Zu viele Köche verderben den Brei – genau gleich verhält es sich mit Ihrer Idee. Wenn Sie gleichzeitig einen Computer-Detailladen, eine Internet-Hosting-Firma und eine Web-Agentur aufbauen möchten, dann liegen Sie falsch. Sie müssen sich auf ein Thema und eine Geschäftsidee konzentrieren und diese zuerst zum Erfolg führen.

Gleichzeitig muss diese Geschäftsidee auf ein definiertes Thema beschränkt sein – als GründerIn können Sie nicht alles können und wissen, deshalb bietet sich eine Fokussierung an.

8. Ist das Geschäft längerfristig rentabel?

Es gibt Branchen, die werden nicht als zukunftsträchtig angesehen. Es gibt Produkte, die sind jetzt hip und hop – und in zwei oder drei Jahre out. Versuchen Sie Ihren Markt und den Trend einzuschätzen, den er nimmt. Wenn Sie ein Geschäft aufbauen, möchten Sie natürlich, dass Ihre Kunden auch noch in zehn Jahren Ihre Produkte kaufen – und zwar zu Preisen, die Ihnen eine gewinnorientierte Führung Ihrer Firma erlauben. Selbstverständlich beurteilen Sie die Situation jetzt und niemand kann Ihnen eine Garantie geben, dass Ihr Geschäft in fünf Jahren noch funktioniert. Aber wenn Sie Ihrem Geschäft eine Eintagesfliege-Idee zugrunde legen, haben Sie morgen ein Problem.

9. Ist die Idee umsetzbar durch Sie?

Gute Ideen können auch an den eigenen Grenzen scheitern: Sie haben eine gute Idee, aber weder das Know-How, die Kapazitäten oder die Finanzen, um diese Idee umzusetzen. Vielleicht müssen Sie Ihre eigene Rolle neu definieren, sich mit Know-How Trägern zusammentun oder Investoren suchen – die besten Ideen nützen nichts, wenn man sie nicht umsetzen kann

10. Gibt es gesetzliche Vorschriften für meine Tätigkeit?

Diverse Branchen und Berufe kennen gesetzliche Auflagen oder Vorschriften zur Ausübung einer Tätigkeit. Erfüllen Sie diese? Klären Sie die Auflagen bereits in der Planungsphase ab, Sie ersparen sich anschliessend viel Ärger.